Weiden - Augsburg

   
 

  
 

 31.08.2003 18:00 Uhr
Auf gehts zum ersten "Eishockeyevent" der neuen Saison! Zum ersten Pflichtspiel im DEB-Pokal empfangen die Blue Devils den DEL-Vertreter Augsburger Panther, die natürlich mit allen Stars in Weiden antreten werden!

 

Blue Devils Weiden 

 

Augsburger Panther 

 
Am kommenden Sonntag ab 18:00 Uhr ist es endlich soweit. Dann steigt das erste richtige "Pflichtspiel" der Blue Devils in der Saison 2003/2004.

Gegner der Blue Devils ist dann in der Weidener Blue Devils Arena zur 1.DEB-Pokalrunde niemand geringerer als der DEL-Club Augsburger Panther. Natürlich erwartet niemand von den Blue Devils dabei einen Sieg gegen die Panther, die immerhin in der aktuellen Vorbereitungsphase in 10 Spielen erst einmal verloren haben (am vergangenen Dienstag gegen den russischen Vertreter von Lada Togliatti), doch die Blue Devils werden sich sicherlich so teuer als irgendmöglich verkaufen. Die ersten Ergebnisse des DEB-Pokals, die allesamt sehr knapp waren, zeigen deutlich, daß auch DEL-Clubs mit dem nötigen Kampfgeist durchaus in Schwierigkeiten gebracht werden können.

Die bisherige Vorbereitung der Panther lief bislang wie bereits geschrieben hervorragend und so konnte man unter anderem eine Gastspielreise in der Schweiz mit Spielen gegen drei sehr starke schweizer Teams (Basel, Kloten, Ambri-Piotta) ungeschlagen überstehen und gegen die DEL-Konkurrenten aus Frankfurt gabs einen 3:1-Sieg. Zwei Duelle gegen den ERC Ingolstadt endeten Untentschieden und beim Blitzturnier im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion konnte man am vergangenen Wochenende die Black Wings Linz und und den EHC München aus der Oberliga klar besiegen. Auch dem EV Füssen ließen die Panther beim 9:0 am Kobelhang keine Chance.

Vor dem DEL-Start am Freitag nach dem Pokalspiel bei den Hamburg Freezers in der Colorline-Arena spielen die Panther noch zweimal. Am Freitag abend kommt es zum Rückspiel in der Frankfurter Eishalle gegen die Frankfurt Lions und am Sonntag müssen die Panther dann zu dem kleinen und unbedeutenden "Sparringspartner" Blue Devils Weiden. Den Eindruck kann man gewinnen, wenn man verschiedene Einträge in AEV-Internet-Foren nachliest, was wirklich schade ist, denn für die Blue Devils ist dieses Spiel wirklich ein große Sache und die Weidener Fans fiebern schon lange diesem Ereignis entgegen.

Aber da es überall Unverbesserliche gibt, hoffen wir mal, daß zumindest ein paar Augsburger Fans den Weg ins herrliche Weidener Eisstadion finden werden, damit das Spiel auch richtig zum Eishockeyfest wird.

Damit wollen wir zum Team der Panther kommen. Der neue Coach der AEV-Panther und Nachfolger von Rich Chernomaz ist Benoit Laporte. Laporte stammt ursprünglich aus Kanada und als Spieler verschlug es ihn nach Frankreich, wo er nach seiner aktiven Laufbahn gar Nationalcoach der französischen Nationalmannschaft wurde. Ansonsten trainierte er den französischen Club Rouen, den schweizer Zweitligisten Lausanne und zuletzt drei Spielzeiten den italienischen Spitzenclub Asiago Hockey. Nun versucht der 43jährige in Augsburg sein Glück in der DEL.

Im Tor vertraut man in der Fuggerstadt auf Bewährtes. Magnus Eriksson, 30jähriger Schwede, geht nun schon in die dritte Saison bei den Panthern. Ihm wird nachgesagt, ein sehr stabiler Goalie zu sein, der aber nicht unbedingt zu den Größen in der DEL zu rechnen ist. Hinter Eriksson gibts in Augsburg zwei Backupgoalies. Steffen Karg ist einer davon, in Schwenningen ausgebildet und dort nach seiner Juniorenzeit über die zweite Mannschaft der Fire Wings zunächst als Backup bei den Wild Wings in der DEL gelandet. Von dort wechselte er zu den Erding Jets in die 2.Bundesliga, wo er viel Spielpraxis sammeln konnte. Dann versuchte er sein Glück in Nordamerika in der ECHL bei den Charlotte Checkers und den Richmond Renegades. Richtig weiter kam Karg dann aber auch nicht, denn in der vergangenen Saison fand er sich wieder als Backup bei den Schwenninger Wild Wings. Von dort wechselte er im Sommer zum AEV.

In der bisherigen Vorbereitung machte er einen sehr guten Eindruck und nutzte seine Einsätze etwas Werbung für sich zu machen. Einige Beobachter trauen dem 24jährigen gar zu Magnus Eriksson zumindest etwas Konkurrenz um die Nr.1-Position im Tor der Panther zu machen. Der dritte Goalie ist der Vollständigkeit halber Patrick Koslow. Der 18jährige ist in Weiden aus verschiedenen Duellen mit den Mannheimer Jungadlern und den Augsburger Jungpanthern bekannt und soll per Förderlizenz beim Oberligaaufsteiger EHC München Spielpraxis sammeln. Die Zeit des U20-Nationalgoalies wird sicher noch kommen, gilt er doch als eines der größten Talente zwischen den Pfosten in ganz Deutschland.

In der Verteidigung spielt eine deutsch-kanadische Mischung bei den Panthern. Der erfahrene Christian Lukes, der seit 2001 in Augsburg spielt ist ein Vertreter der deutschen Fraktion und hat seine Stärken eher vor dem eigenen Tor. Offensiv tritt Lukes nicht so sehr in Erscheinung, genauso wie Torsten Fendt.

Fendt, gebürtiger Münchner, spielte als blutjunger Spieler schon vier Spielzeiten bei den Augsburger Panthern, ehe er sich zu dem damaligen Zweitligisten Iserlohn verabschiedete. Dort spielte er eine sehr gute Rolle und stieg mit den Roosters in die DEL auf, wo er dann auch noch zwei Spielzeiten mit den Sauerländern spielte. Vor der vergangenen Saison kehrte er dann an die alte Wirkungsstätte nach Augsburg zurück.

Der dritte deutsche Spieler in der Verteidigung heisst Daniel Rau und spielte in der verganenen Saison bei den Kaufbeurer Buron Jokers in der 2.Bundesliga. Der erst 21jährige machte sich mit 21 Punkten in seinem ersten Zweitligajahr einen guten Namen und so wurden die Panther auf ihn aufmerksam und sicherten sich seine Dienste. Rau wird jedoch beim Spiel in Weiden nicht mitwirken können, da er momentan verletzt ist.

Eric Dandenault ist ein 33jähriger Kanadier, der nun auch schon in seine dritte Saison in Augsburg geht. Auch er ist eher ein "Stay-at-home"-Verteidiger, im Gegensatz zu den zwei weiteren kanadischen Verteidigern, die natürlich das Spiel nach vorne auch beleben sollen und dies auch mit ihren klangvollen Namen tun werden.

John Miner und Shawn Anderson sollen gerade im Spielaufbau wertvolle Arbeit leisten. Miner spielte früher bei den Kölner Haien und bestach dort gerade in den Powerplaysituationen mit sehr guten Bluelinerqualitäten. Vor der vergangenen Saison wechselte er nach Ajoje in die schweizer Nationalliga B, wo er mit 47 Scorerpunkten in 43 Spielen gleich wieder seine Offensivqualitäten bewies. Der nun schon 38jährige Haudegen, der früher auch schon bei den Edmonton Oilers NHL-Luft schnuppern konnte, soll nun das Pantherpowerplay mit seinen harten und platzierten Schlagschüssen beleben. Kleiner Nebeneffekt. Der 19jähirge Sohn von Miner Jonathan wird in der kommenden Saison in der Bayernliga bei den Jungpanthern die einzige zu vergebende Ausländerstelle besetzen.

Shawn Anderson (Foto) ist sicher der beste Verteidiger der Panther. Anderson verbrachte lange Jahre seiner Karriere in der NHL (u.a. Buffalo, Quebec, Washington und Philadelphia) und kann dort auf 274 NHL-Spieler zurückblicken, in denen er 133 Scorerpunkte erreichte. 1991 spielte Anderson, was vielleicht gar nicht mehr viele wissen, kurz eine Saison beim ES Weisswasser, ehe er wieder in die NHL zurückkehrte. 1996 führte ihn dann sein Weg zurück nach Deutschland, wo er zunächst in Wedemark (heutige Hannover Scorpions) und den Revier Löwen zugange war. Dann ging er nach Klagenfurt in Österreich und dann holten ihn die Augsburger Panther 1999 zum ersten Mal in den Pantherkäfig, wo er es aber wieder nur eine Spielzeit aushielt. Über die Stationen Iserlohn und zuletzt zwei Jahre Nürnberg Icetigers, kam Anderson nun zurück nach Augsburg.

Der lettische Nationalspieler Arvids Rekis, der momentan als Probespieler in Augsburg mitspielt, hat zwar gute Leistungen gebracht, doch ist man sich in der Chefetage der Panther nicht sicher, ob er DEL-Ansprüchen genügt. Zuletzt spielte Rekis in der ECHL bei den Peoria Riverman.

Damit kommen wir zur Abteilung Sturm der Panther. Auch hier findet man eine Mischung aus Deutschen und nordamerikanischen Spielern vor.

Die kanadische Flagge hält u.a. Bob Wren (Foto) hoch. Wren wurde aus der AHL verpflichtet und gilt als brandgefährlicher Stürmer. Colin Beardsmore spielte in der vergangenen Saison sehr mannschaftsdienlich bei den Iserlohn Roosters, kam zwar nur auf 30 Socererpunkte, galt aber als einer der absoluten Teamspieler, die für die erfolgreiche vergangene Saison beim IEC Verantwortlich zeichneten.

Francois Fortier, ein 24jähriger Stürmer, spielte in der vergangenen Saison beim DEL-Absteiger Schwenningen und kam nach deren Neubeginn in der 2.Bundesliga in Augsburg unter. 46 Scorerpunkte in der DEL sprechen eine deutliche Sprache über die Qualitäten von Fortier, wenn man bedenkt bei welcher Mannschaft er die Punkte gemacht hat. Bezeichnenderweise war Fortier auch der Schütze des vorerst letzten DEL-Tores der Wild Wings mit dem Golden Goal gegen Frankfurt, was den vielumjubleten sportlichen Nichtabstieg der Wild Wings bedeutete.

Shawn Carter blieb aus dem vergangenen Kader in Augsburg, genauso wie Xavier Delisle, der aber seinen Vertrag noch nicht sicher hat und immer noch auf Probe in Augsburg spielt. Rick Girard wechselte aus Frankfurt nach Augsburg, was deutlich macht, das die Panther schon in den unteren Regionen der Liga auf Beutefang gegangen sind und dort einige Schnäppchen "gefangen" haben.

Die deutsche Fraktion halten drei Spieler des Jahrgangs 1980 hoch. Ronny Arendt, Björn Barta und Neuzugang Manuel Kofler (der verletzungsbedingt fehlen wird) von den Hamburg Freezers sind allesamt Spieler, die in naher Zukunft den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft schaffen können und zu den größten Talenten ihres Jahrgangs in Deutschland zählen. Gerade Arendt hat mit 13 Treffern in der DEL vergangene Saison aufhorchen lassen.

Der ein Jahr jüngere Christopher Oravec, der in der vergangenen Saison sowohl bei den DEL-Panthern, als auch bei den Jungpanthern seinen Mann gestanden hat, soll heuer voll bei den Profis mitspielen und bringt sicher die Voraussetzungen dafür mit.

Andrej Strakhov, früher schon mit Füssen und Freiburg desöfteren zu Gast im Weidener Eisstadion, ist mit seinen 25 Jahren nun schon fast ein "alter DEL-Hase" und spielte auch vergangene Saison schon bei den Panthern. Strakhov ist aber auch leider verletzt und wird nicht spielen. Roland Mayr wird sicher eine Art Ergänzungsspieler darstellen, denn ausser bei den Jungpanthern trat Mayr bei den Profis noch nicht in Erscheinung.

Damit hätten wir alle Spieler durch, bleibt nur noch der "Mr. Eishockey" in Augsburg schlechthin. Duanne Moeser (Foto) ist mittlerweile sage und schreibe 40 Jahre alt und bei Moeser ist es wie bei einem guten Wein. Umso älter, umso besser wird er. 600 DEL-Spiele hat er nun schon auf den Buckel und er hat nun trotz seiner 40 Lenze seit knapp zwei Jahren kein Spiel mehr ausgelassen, weder wegen einer Verletzung, noch wegen einer Erkrankung, was natürlich nur mit einer absolut profihaften Einstellung geht, an dem sich viele junge Spieler ein Beispiel nehmen können. Auch ausserhalb der Eisfläche ist Moeser in Augsburg ein sehr angesehener Mann und bringt seinen Namen immer wieder für gute Zwecke ein. Siehe auch den Link: duanne-moeser-partenschaft.de

Moeser wird übrigens aus Werbezwecken wieder mit der Rückennummer 96,7 antreten, was der Frequenz des Augsburger Lokalradiosenders entspricht. In seiner langen Eishockeykarriere war Moeser übrigens 1993/94 schon mit der EA Kempten zu Gast im Weidener Eisstadion, ich denke aber daran wird sich der Veteran nicht mehr erinnern können.

Damit dürften die Panther ausführlich vorgestellt sein und das Pokalmatch kann steigen und solche Pokalspiele haben im Fussball zumindest immer ihre eigenen Gesetze. Träumen wird ja wohl mal erlaubt sein...
 
 
Blue Devils Weiden: Siehe Link "Team"
Augsburger Panther: 30 Eriksson, 41 Karg - 12 Lukes, 17 Dandenault, 23 Anderson, 36 Fendt, 47 Miner, 6 Rekis - 96,7 Moeser, 8 Mayr, 9 Wren, 10 Beardsmore, 11 Delisle, 13 Oravec, 15 Fortier, 21 Carter, 33 Barta, 37 Girard, 57 Arendt 
 
 
Schiedsrichter: Sander Linesmen: Erdl, Molis  
 
 
Es haben noch keine Spiele zwischen den beiden Teams stattgefunden.